Diskussion um neue RTL-Doku “Erwachsen auf Probe”
Die für Anfang Juni geplante Ausstrahlung der RTL-Dokusoap “Erwachsen auf Probe” stößt aufgrund Ihres kontroversen Inhaltes auf vermehrten Widerstand.
In der Sendung sollen Teenager lernen, wie es sich anfühlt, Eltern zu sein, indem sie ein paar Tage auf Kleinkinder aufpassen, die ihnen von den echten Müttern quasi ausgeliehen werden.
Das Format von “Erwachsen auf Probe” basiert auf dem in Großbritannien ausgestrahlten und sehr erfolgreichen BBC-Original “The Baby Borrowers”.
Stimmen aus Deutschland zur geplanten Ausstrahlung sind sich bisher durchweg negativ:
- der Deutsche Kinderschutzbund ist “entsetzt” von dem Vorhaben und befürchtet eine “Kindeswohlgefährdung”
- die evangelische Kirche stellte eine “eklatante Grenzüberschreitung” fest
- Ärzte des Uniklinikums München protestieren
- die Bundespsychotherapeutenkammer fordert Gesetzesänderungen
- beim Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie Psychosomatik und Psychotherapie spricht man von einem “fragwürdigen Experiment”
- und die Kinderkommission des Deutschen Bundestags ist der Ansicht, der Sender “instrumentalisiere” die Kinder “in unverantwortlicher Weise”
Zum Thema meldete sich nun auch Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu Wort - sie hat die Sendung bereits gesehen und ihr Urteil ist eindeutig: “Ich fordere RTL auf, entweder die Sendung zu stoppen oder gründlich zu überarbeiten”.
Von RTL wird die Sendung bisher mit dem Argument verteidigt, man wolle die steigende Anzahl von Teenagerschwangerschaften in Deutschland problematisieren, und habe deshalb das erfolgreiche Format aus Großbritannien übernommen. In Großbritannien ist die Zahl dieser ein echtes Problem, in Deutschland im Gegensatz dazu jedoch sehr niedrig und damit kein wirklicher Grund, das Format zu rechtfertigen.
Die Debatte ist in vollem Gange und der Ausgang bleibt offen.

